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Europa beginnt im Klassenzimmer

Oberbürgermeister Gert Hager und Gunther Krichbaum sprechen mit Schülerinnen und Schülern der Otterstein- und Schanzschule über Europa.

Pforzheim: Für Gert Hager und Gunther Krichbaum ist das geeinte Europa ein Glücksfall der Geschichte, der jungen Menschen Chancen und Möglichkeiten bietet, wie sie noch keine Generation zuvor gehabt hat. Deshalb besuchen die beiden Politiker mit verschiedenfarbigen Parteibüchern schon seit Jahren gemeinsam Pforzheimer Schulen, um bei den Schülerinnen und Schülern für die Europäische Einigung zu werben und Vorurteile abzubauen.
Dieses Jahr haben sich der Pforzheimer Oberbürgermeister und der Vorsitzende des Europaausschusses des Deutschen Bundestages mit Haupt- und Realschülern an der Otterstein- und Schanzschule unterhalten. Wie international es an Pforzheims Schulen zugeht, zeigte eine kurze Vorführung der Grundschüler der Schanzschule, die sich zur Begleitmusik der Trommel-AG mit den Fahnen ihrer jeweiligen Heimatländer auf der Bühne der Aula präsentierten. Für Gert Hager keine Überraschung, wusste das Stadtoberhaupt doch den erstaunten Zuhörern zu berichten, dass in Pforzheim Menschen aus rund 110 verschiedenen Staaten der Erde leben. Der bei dieser Gelegenheit auch gleich die acht Partnerstädte Pforzheims abfragte: Gernika, Györ-Moson-Sopron, Irkutsk, Nevsehir, Osijek, Saint-Maur-des-Fossés, Tschenstochau und Vicenza.
Dieses friedliche Miteinander ist keine Selbstverständlichkeit, wie Gunther Krichbaum feststellt: „Der Grundstein der Europäischen Union wurde in den Trümmern des vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa gelegt. Viele Menschen wissen nicht mehr zu schätzen, was es bedeutet, dass in Westeuropa seit über 60 Jahren Frieden herrscht! Ein Aspekt der den Menschen im ehemaligen Jugoslawien extrem wichtig ist, denn dort ist die Erinnerung an den blutigen Bürgerkrieg noch allgegenwärtig. Von den ganzen anderen Annehmlichkeiten, wie Reisen ohne Grenzkontrollen, einheitliche Währung, freie Wohnortwahl und noch vielem mehr einmal abgesehen.“
In der Vielfalt sieht Gert Hager eine große Zukunftschance für die junge Generation: „Was kann einem international tätigem Unternehmen aus Pforzheim denn Besseres passieren, als einen gut ausgebildeten Mitarbeiter zu bekommen, der zweisprachig aufgewachsen ist und die Kultur eines anderen Landes von Haus aus schon kennt?“
Zum Abschluss appellierten die beiden überzeugten Europäer Hager und Krichbaum an ihre jungen Gesprächspartner, Europa als große Chance für die Zukunft zu sehen und sich selbst dafür zu engagieren. Denn nur mit vereinten Kräften können die Einwohner Europas dafür sorgen, dass auch spätere Generationen auf diesem Kontinent in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben.