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Organspende

Position von Gunther Krichbaum

Das Thema „Organspende“ steht aktuell auf der politischen Agenda des Deutschen Bundestages. Lesen Sie hierzu Gunther Krichbaums Position zu diesem Thema.

Das Thema der Organspende ist bereits seit langem im Gespräch. Eine steigende Zahl an Spendern konnte jedoch nicht verzeichnet werden. Letztendlich müssen genau deshalb jeden Tag Menschen sterben, die vergeblich auf Spenderorgane gewartet haben. Der Mangel an Spenderorganen führt dazu, dass auf Spenderorgane aus dem Ausland, wie beispielsweise Österreich, zugegriffen werden muss, wo seit langem die Widerspruchslösung gilt. Dank unseres engagierten Gesundheitsministers Jens Spahn, der sich nicht scheut, auch schwierige ethische Fragen anzugehen, wurde dieses Thema nun im Bundestag eingebracht.
Ich werde daher für die Widerspruchslösung stimmen, denn in unserer Gesellschaft ist die Zahl der Spender trotz zahlreicher Kampagnen über Jahre nicht signifikant gestiegen. Die Entscheidung zur Spende bleibt jedoch frei und bietet jedem Einzelnen die Möglichkeit, sich selbst mit dem Thema der Organspende auseinanderzusetzen. Ich möchte mit meinem Votum jedenfalls ein „Ja zum Leben“ betonen.

Der Vorschlag unseres Gesundheitsministers hat zur Folge, dass das Leben von Menschen gerettet werden kann, deren letzte Hoffnung auf einer Organspende liegt. Auch wird der Entscheidungsdruck von den Hinterbliebenen genommen, denn sie werden künftig mit dieser schwierigen ethischen Entscheidung nicht mehr konfrontiert. Hier lohnt es sich auch, einen europäischen Vergleich zu ziehen und auf die im Jahr 1978 vom Europarat empfohlene Widerspruchslösung über die Organentnahme bei Verstorbenen zu schauen. Neben Frankreich, Italien oder Ungarn folgte auch Österreich dieser Empfehlung. Im internationalen Vergleich liegen die Spenderzahlen in diesen Ländern hoch.

Kritiker die Druck oder staatliche Bevormundung ins Felde ziehen, sei gesagt, dass überhaupt kein Anlass besteht, sich unter Druck gesetzt zu fühlen. Die Entscheidungsfindung des Einzelnen bleibt frei.
Ich begrüße es allerdings, dass sich durch die geplante Widerspruchslösung ein jeder mit dem Thema des Sterbens beschäftigen und Stellung hierzu beziehen muss. Der Umgang mit dem eigenen Tod wird dadurch aus einer Tabuzone herausgeholt und Menschenleben im Ergebnis gerettet.