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PZ-Serie: „Post aus Berlin“

Regelmäßig berichtet Gunther Krichbaum in der Pforzheimer Zeitung zu Themen aus der aktuellen politischen Debatte. Diese Woche: "Positive Signale aus dem Wahlkreis und drängende Zukunftsfragen"

Im Juli hat die parlamentarische Sommerpause begonnen. Anfang September wird der Deutsche Bundestag mit vorbereitenden Klausurtagungen wieder zusammentreten. Doch auch wenn das politische Berlin in dieser Zeit eine kleine Ruhepause einlegt, das Leben im Land geht weiter. Für uns Parlamentarier die Chance, einige Wochen am Stück intensiv im Wahlkreis tätig zu sein. Ich persönlich freue mich jedes Jahr auf diese Zeit. In den letzten Wochen standen zahlreiche Bürgersprechstunden auf dem Programm. Menschen kommen mit den unterschiedlichsten Anliegen zu mir. Die Tagesmutter, die Ärger mit dem Amt hat, der Student, der um Unterstützung bei seiner Bewerbung bittet oder die Unternehmerin, die sich über Fürsprache bei einer Bundesbehörde freuen würde. Dies sind nur einige Beispiele für Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern und unserer mittelständischen Wirtschaft, in denen ich tätig geworden bin.
Wann immer es mir möglich ist, gehe ich aber direkt zu den Menschen. So wie bei meinen Wahlkreiswanderungen, die mich zusammen mit unserer Landtagskandidatin für den Enzkreis, Viktoria Schmid, in die schönsten Ecken unserer Heimat geführt haben und bei denen wir beide viele gute Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort führen konnten.
Bei meinen Firmenbesuchen im Kreis höre ich momentan viel Positives. Die Talsohle der Krise ist durchschritten, die Konjunktur zieht an und die Auftragsbücher füllen sich oder sind schon voll, heißt es unisono. Diese guten Nachrichten in Verbindung mit den erfreulichen Arbeitsmarktzahlen belegen, wie erfolgreich die umsichtige Politik unserer Kanzlerin Angela Merkel ist. Weder die von Fachleuten prognostizierte Massenarbeitslosigkeit noch die befürchtete Pleitewelle hat uns überrollt. Eine Tatsache, die von Vielen als selbstverständlich hingenommen wird ohne es zu sein.
Angesichts der momentanen Auftragslage sucht so manche Firma bereits nach Verstärkung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei stoßen sie aber auf ein Problem, das sich in Zukunft noch weiter verstärken wird: Gut ausgebildete Fachkräfte sind Mangelware. Deutschland als exportorientiertes Hochtechnologieland hat einen enormen Bedarf an Ingenieuren, Informatikern und weiteren Spezialisten. Diese Nachfrage können unsere Schulen und Universitäten nur zu einem Teil bedienen. Da unsere Gesellschaft, auf Grund des demografischen Wandels, schrumpft, werden wir in Zukunft, noch viel mehr als heute schon, auf so genannte „qualifizierte Einwanderung“ angewiesen sein. Wir brauchen Fachkräfte aus dem Ausland, um unsere Wirtschaft auf dem hohen technologischen und produktiven Stand von heute zu halten. Dabei dürfen wir eines aber nicht vergessen: Wir stehen in einem globalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe der Welt. Andere große Industrienationen werben genauso um talentierte Wissenschaftler und Facharbeiter wie wir. Deshalb sehe ich es als Aufgabe der Politik an, Deutschland attraktiv zu machen für diese ausländischen Fachkräfte. Ebenso müssen wir verhindern, dass in Deutschland ausgebildete Fachkräfte unserem Land den Rücken kehren, um ihr Glück anderswo zu suchen. Diesen Exodus umzukehren, ist eines meiner Ziele.
Gleichzeitig müssen wir unsere vorhandenen Potenziale besser nutzen. Beispielhaft sei hier das Projekt Schatzsuche genannt, das ich massiv unterstütze. Hier geht es darum, hochbegabte Kinder mit Migrationshintergrund schon früh zu erkennen und gezielt zu fördern. Eines muss uns bewußt sein, Bildung ist der einzige Rohstoff unseres Landes.